Donnerstag, 1. September 2016

Wahrnehmung


'Narcos' ist angekommen. Supa! Also - der neue Chef ist wirklich perfekt organisiert, das darf man mal so sagen. Ich bin sehr zufrieden und reibe mir die Hände, denn 'Narcos' ...! Exakt, das haben sogar schon die Großen gesehen. Trotzdem - ich schau auch noch Bikie Wars, goutieren wir unseren eigenen Geschmack, toute seule ! Diversität schadet ja selten. Und Dissens ist eine wichtige Basis für Demokratie. Schließlich sind alle Menschen usw. Doch manche sind eben wichtiger als andere, macht ja nix. Das ist womöglich nur eine simple Frage der Wahrnehmung. Der eigenen am Ende. Gott z. B. ist so ein weiser Gott, doch eben auch ein junger Gott. Und so gesehen, ist sein Einfluss gering. Darüber ärgere ich mich mehr als er selbst. Er ärgert sich eigentlich gar nicht drüber - ja, er ist klug. Nun, ich bin nicht immer einverstanden mit seinen Ansichten, und doch wäre es sicherlich nützlich, Gott und seinem Wort viel mehr Beachtung zu schenken. Doch es werden stets die gleichen Stammtischgötter gefeiert, die sich ganz gern ungehemmt selbst zelebrieren. Und bereits seit Jahrtausenden Unfug stiften. Ja, es ist mal wieder komplex - mit dem Richtig und dem Falsch. Also FB versteh ich langsam. Da kann man viele Dinge tatsächlich ganz flink regeln, das ist wirklich praktisch. Man kann Männer abonnieren! Und das ist natürlich ... Also. Ganz nach meinem Geschmack. Wie man das Abo im Zweifel wieder löscht, hab ich noch nicht ganz durchschaut. Und was mich nervt - man sollte ständig eine Meinung haben. Das ist nicht mein Ding, da die Sachlagen zumeist komplexer sind. Alle finden ständig irgendwas toll. Oder sind betroffen. Das stimmt mich nachdenklich. Wie auch die Arbeit. Da gibt es Auftraggeber, die formulieren ihre Aufträge derart sprachlich ausgefeilt und ausführlich, dass man sich fragt, warum hast du das nicht gleich in die Form gefasst, in der Du's haben willst. Steht doch alles längst da. Umschreiben ist also sehr gefragt. Warum, weiß wohl niemand. Und dann die anderen, die nicht mal den Kern ihres Anliegens formulieren können. Ich nehme momentan nur Aufträge an, die dem Autor mindestens einen 3-Tage-Zeitrahmen lassen. Klar, meistens schafft man's dann bis zum Abend, aber schließlich kann immer was dazwischenkommen. Und ein wenig Kulanz mit Geringverdienern scheint mir angebracht. Und übrigens - ganz viele Aufträge verbleiben dann als Ladenhüter. 3500 Wörter über ein medizinisches Spezialgebiet innerhalb von 24 Std. verfassen, das kann vermutlich nur der Chefarzt. Wenn er nicht grad im OP steht. Tja. Eine Wahrnehmungsfrage vermutlich. Und so ist es auch mit den Männern. Ständig klagen wir über sie, weil Männer nun mal - doch. Und dann sehen wir diese heroische Tat von diesem Helden und sind hingerissen. Wenn ich mal kollabiere, wirfst du mich dann auch über deine Schultern und trägst mich vom Platze?, frage ich Gott. Selbstverständlich, antwortet Gott ohne jedes Zögern, er ist nun mal ein Held. Ich nicke zufrieden. Wenn Gott mal kollabieren sollte, weiß ich noch nicht, wie ich ihn möglichst zügig aus der Bredouille bekomme. Wenn dir mal was passiert, werd ich mir was einfallen lassen, beruhige ich Gott. Der nickt. Männer haben's nämlich auch nicht leicht. Das wissen wir. Und daher schläft Gott jetzt auch bei mir. Das ist nicht so ein Freundschaft Minus-Experiment. Eigentlich sind wir ja gar keine Freunde. Es ist keine Probe züchtiger Enthaltsamkeit. Und wir arbeiten auch nicht meine Liste ab, es ist eine reine Schutzmaßnahme. Denn seit ich wieder schlafwandel, fühl ich mich nicht wohl. Und nun ist auch noch der Engländer im Haus, wir wissen, dass er ein Gänger ist, da muss man als Frau doppelt vorsichtig sein. Und, sagte ich zu Gott. Was machst du, wenn Capucine heute Nacht vor dir steht? Gott überlegte. Wir dürfen uns jetzt nicht überrumpeln lassen, redete ich auf Gott ein. Wenn Capucine und ihre Leute uns nämlich erst mal wieder rumgekriegt haben ... Gott leuchtete das ein. Und da der Verstand zuweilen gegen die Hormone machtlos ist, willigte er - wenn auch zögernd - in mein Nachtprogramm ein. Also, beruhigte ich, das ist nichts als eine Vorsichtsmaßnahme. Ein Matratzen-Bündnis gegen das Böse. Und so schmieden Gott und ich Pläne, wie wir uns am besten vor unserer alten Freundin Capucine und ihren Männern sowie vor unseren eigenen tiefsten inneren Gegnern (nämlich Herz und Hose) schützen können. Gott weiß Rat - er zitiert sein alter ego: "L'amour, comme le reste, n'est qu'une façon de voir et de sentir. C'est un point de vue un peu plus élevé, un peu plus large ; on y découvre des perspectives infinies et des horizons sans bornes." Das ist mal wieder sehr komplex. Wir denken nach.




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