Sonntag, 28. August 2016

Moral



Boah, - die Underbelly-Besprechung kommt dann bald raus. Aber zunächst nicht auf dem Nebenblog. Woanders also. Und der Chef ist dermaßen gut organisiert ..., ständig bekomme ich freundliche RüffelS, weil's beim Technischen noch hapert. Klar! Und weißt du, weißt du - weißt du - was ...., rufe ich Gott begeistert zu. Ich kann meine Texte jetzt auch mit Knarren bewerten! Ist das cool! Ich bin hingerissen. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich an die Bewertungsleiste rankomme, aber das wird schon ... WOW. Knarren. Gott scheint weniger begeistert. Okay, sage ich leicht verstimmt, es gibt auch Capri Sonnen als Symbol, aber... Hallo? Gestern hab ich übrigens selbst mit der Verwüstung des Gartens begonnen. Denn wer ein Mal eine Entscheidung fällt ... Genau, der legt die Hecken und Bäume dann eben auch selbst um. Es ist ... wie bei Utz, war es Utz? Ich denke schon - zerlege selbst, was dir heilig ist. Wie kann man dazu andere bemühen? Es liegt mir ja auch - macht Spaß. Wenn's nicht so bedauerlich wär! Aber - drüben räume ich jetzt wieder ein. Andre Dinge als die, die wir bislang ausgeräumt haben. Und das macht ebenfalls Spasss. Ich hab meine Pläne einem der Patienten erzählt, leider können wir ja nicht mehr drüber sprechen, aber ... Wir haben ein wenig geweint und gelacht. Ich mach's so, als wärst du dabei, sagte ich. Bist du ja auch. Immer. Oh Ja!, antwortete der Patient. Es kann also nicht verkehrt sein. Und heute Morgen hab ich beim Bäcker eine halbe Zeitung geklaut. Also das hier ist ein NT - da ist alles erlaubt. Und irgendwie hab ich sie auch nur mitgenommen, sie lag da einfach rum, ich schaute rein, vertiefte mich und ... Gott sah sich sogleich bemüßigt, mich zu rügen. INDES! Weißt du, sagte ich, die ganz Großen schwärmen mir doch ständig von Non-Profit vor. Und das hab ich nun also endlich in die Tat umgesetzt. Wieso sollten die für Ihren Beitrag kassieren? Ich versteh's dann gar nicht mehr! Und der Rest der Zeitung? Interessierte mich eh nicht, also. Gott schüttelte unwirsch den Kopf, er ist so oft anderer Meinung. Allerdings - bei aller Moral scheint eine gewisse Affinität zum Verbrechen gegeben. Du könntest auch ein ganz andrer sein, behaupte ich oft. Gott will das nicht glauben. Doch wäre er in einer Mafia-Familie groß geworden, ich bin mir sicher, er würde die Geschäfte lupenrein und lukrativ weiterführen. Gnadenlos gerecht. Ich kann grad nicht sagen, dass ich ihn als Hitman sehe, aber werfen wir einen Blick aufs Grab von Benji. Benj, ja, ich nenn ihn Bensch, und der sah im Film derart scharf aus, der Seelenverwandte von Roberta - wie auch immer. Hier sehen wir ihn übrigens mit seinem Kumpel Carl, der im echten Leben als the Smiling Assassin bekannt war. Der ist inzwischen auch längst über den Jordan. Roberta lebt noch, yep - als Gangsterbraut hat man's schwer. Die Moran-Mutter lebt auch noch. Zwei Söhne, ihre Ehemann und einen Großteil vom Rest der Truppe hat sie verloren. Wir wollen das nicht verschweigen. Benj also war früher mal Boxer. Und, wenn man in der Chronik der tatsächlichen Underbelly-Story recherchiert, anscheinend schon immer komplett crazy. Aber auch nett. Und dann wurde er zum Hitman. Und weil er vermutlich Skrupel bei einem Mord hatte, wurde er dann - puff. Und weg war er. Und hier also sein Grab - man möchte fast sagen - eine Gedenkstätte. Ja, da wo die Kohle ist, wird man auch nach dem Abgang niemals vergessen! Mit einem Bike zur Erinnerung an lebendige Tage. A propos - heute Morgen hätte ich fast einen Hell's Angel umgefahren. Der kam aber auch um die Kurve geschossen. Gute Figur, viele Tattoos auf trainierten Armen - sein Kumpel war einfach nur fett. Nun ja. Der hätte sicherlich viel Ärger gemacht, wenn ich seinen Bro umrasiert hätte. In jeder Hinsicht also mal wieder Glück gehabt! Und ich dachte überhaupt, die dürften ihre Kutten nicht mehr tragen. Wie auch immer. Wer übrigens bei diesem Wetter mit einem Pieper durch die Gegend fährt, weiß, wie schnell man abstumpft. Shit, denkt man, sobald der Alarm losgeht. Schon wieder ein zerlegter Biker! Was mir dabei Angst macht, ist nicht die Tatsache, dass der es nur bei schwersten Verwundungen bis Exitus in die Zeitung schaffen wird. Sondern dass Ärzte sicherlich ebenso denken. Shit, werden sie sich bei Bereitschaft sagen. Schon wieder ein zerlegter Biker. Not-OP. Ich muss los! Nun ja. Nachdem wir den Angel also - einem Gott sei's gedankt! - nicht umgelegt haben, waren wir noch flink bei der Frau, die Hundesprache spricht. Chief Walks hat einen sehr komplexen Charakter, erkennt sie. Wie wir alle. Aber er will nur selten schmusen, sage ich. Sie nickt, das ist ihm vermutlich zu dumm. Er kommt, wenn er schmusen will. Ja, er ist ein eigenwilliger Sturkopf. Wie wir alle. Aber er beobachtet sie ständig, sagt die Frau. Er ist eifersüchtig, wenn sie mit anderen Hunden spielen. Aha. Dann überlegt sie. Ein Zweithund wäre gar nicht mal schlecht für ihn, sagt sie dann. Allerdings wird er nicht der Chef sein. Das denke ich auch. Und, sagt sie, und das wird es schwierig machen: Er wird auch nur wenige Hunde als Chef akzeptieren. Ich nicke zufrieden, Chief Walks ist einer von uns. Ich werde mich umschauen, sagt sie dann. Wenn ich denke, es könnte passen, rufe ich an. Dann wird der Herr selbst entscheiden. Denn wenn er eine Wahl getroffen hat ... Ich nicke - dann ist er der beste, liebste, sanftmütigste, beste, allerbeste ... Wenn ihm jedoch etwas nicht passt!


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