Dienstag, 23. August 2016

Aufregend


Ich hab schon wieder neue Ideen. Gott weiß noch nichts davon, er ist bezüglich meiner Ideenflut oft ein Skeptiker. Aber ich hab das selbst schon mal durchgerechnet, und bei meinen Rechenkünsten müssen wir also tatsächlich äußerst skeptisch an die Sache gehen - ein Langzeitplan bis zum fröhlichen Alter von 60 -, und meine Kalkulation ergab, dass nicht nur die Zahlen im positiven Bereich verbleiben würden. Sondern dass mich der Plan fröhlich stimmt! Prima Grundvorassetzung. Und gleich kommt die Dings, und da sie diesen langen Weg bereits gegangen ist, werde ich mich also ganz genau beraten lassen. Spannend! Wird das Leben - wenn man gesundheitlich wie privat ein wenig nach Frischluft schnappen kann. 
Und da die Leserei wieder prima mit der Fliegen-Look-Löcherbrille funktioniert - es ist immer wieder verblüffend, wie groß die Buchstaben werden, wenn man durch ein paar Löcher blickt. Der einzige Nachteile ist, dass die Brille die Sicht verdunkelt, man braucht also eine starke Lichtquelle an der Seite, dann kann's eigentlich nicht verkehrt sein. Da die Leserei, immer diese Abschweifungen, also wieder 1a funktioniert, lese ich nicht nur den äußerst erzählfreudigen Gerald Kersh, sondern nun auch 'Die tote Stunde'. Wer sich tatsächlich auf mein Urteil verlassen möchte, dennoch denkt, er könnte auch ohne meine Rezensionskünste weiterhin ein fröhliches Leben führen, greift direkt zu. Good Stuff! Und. Seit wir nicht mehr gänzlich allein rumwerkeln, bekommt man endlich! mal wieder einen famosen Überblick übers Neuheiten-Geschehen. Und was ich da unbedingt schauen möchte, ist die Peggy-Guggenheim-Doku. Eine aufregende Frau. In einer von Männern dominierten Szene-Welt. Ist es nicht bedauerlich, dass wir das auch heute noch so oft von so vielen Frauen sagen können! Das war keine Frage. Nun ja. Schauen werde ich's also wegen der Dame. Zugleich indes ebenfalls wegen der Regisseurin. Die hat ja bereits diese Doku gedreht. Über die Großmutter ihres Gatten, denke ich. Über eine Frau in einer von Männern dominierten Szene-Welt. Wobei die Mode Frauen anscheinend nicht nur viel Freiheiten nehmen kann, sondern in vielerlei Hinsicht auch Türen zur Macht eröffnet. Ein aufregendes sowie vielschichtiges Thema. Wer ich jedoch am allerliebsten gewesen wäre? Ach. Pannonica de Koenigswarter. Was für ein Name! Ein Schmetterling. Flatterhaft und schön und ... Und sie war? Mäzenatin, sagt Gott. Und das wär ich auch gern! Mit einem ganzen Stall voller Jazz-Musiker. Die Jazz-Baroness. Herrlich! Ein aufregendes Leben! In einer von Männern dominierten Szene-Welt. Nun ja. Hier werfen wir mal einen kurzen Blick ins Leben der Dame. Und dann schreiben wir rasch mal Underbelly. Ebenfalls über Frauen in einer von Männern ... usw. Bisschen zu viel schöne Huren. Zu viel Busen. Gangsters in einer glamourösen, von willigen Damen aufrechterhaltenen Welt. Wirklich nicht schlecht, clever umgesetzt. Allerdings bisschen viel Routine und Klischee. Andererseits. Seit wir uns wieder im Gewerbe so umschauen. Möchtest Du zur Männerüberschuss-Party. Oder gleich zum Gangbang?, frage ich Gott. Ich kann dich anmelden. Vorher überflieg ich mal, was alles erlaubt ist. Nicht gewünscht. Klar! Nur erlaubt. Ich rechne mal wieder nach. Wie viele kommen wohl? Keine hundert EUR pro Mann. Zur praktischen familienfreundlichen Zeit von 19.00 Uhr bis 22.00 Uhr. Da kann man locker zu Hause die verspätete Ankunft mit einem wichtigen Meeting erklären. Ist ja nicht gelogen. Okay, also keine 100 EUR pro Typ, die Location muss gemietet werden, ist nur für feine Jungs. Mit Whirlpool. Und Champagner. Den bräuchte ich da allerdings wirklich. Dazu würde ich mir Verstärkung mitnehmen. Eine mit Pfefferspray bewaffnete Freundin reicht womöglich nicht aus. Immer wieder ärgerlich, dass eine Frau letztlich einen Mann braucht, um vor einem anderen sicher zu sein. Vor einer ganzen Gang, selbst wenn die zahlungswillig angereist ist. Bevor etwas aus dem Ruder läuft - also noch eine Bulldogge vor der Tür. Andererseits - kurze Analyse von dem, was alles erlaubt ist, viel kann nicht aus dem Ruder laufen. Aufregend wird's nicht, ist ja so ziemlich alles erlaubt. Ja. In Zeiten der Emanzipation. Die Quoten sind einfach mies. Große Möpse und gefärbte blonde Jahre, jugendliches Aussehen bringen im Paket das meiste ein. Das meiste ist dieser Tage nicht viel. In das Geschäft bin ich damals schon nicht eingestiegen. Zu aufregend. Und zu dämlich. Ich werd's heute auch nicht mehr tun. Ich möchte da auch nicht hin!, ruft Gott aus dem Garten. Ich liebe ihn!


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