Samstag, 9. Juli 2016

A Propos


Insgesamt bin ich ja viel lieber fernab vom Geschehen. Andererseits ... Und Nizza, Menton, die ganze Küste am Mittelmeer, die Märkte ... Wir müssten mal wieder hin. Bis dahin betrachte ich alte Fotos, die heute etwas ganz andres zeigen als damals.Wer weiß, vielleicht auch nicht. Ich packe die nächsten zwei Serien auf den Stapel "erledigt". Es wird ja gemunkelt, Serien seien inzwischen das bessere Kino, der bessre Roman, Spielfilm - whatever. Ich muss ein schlechtes Händchen bei der Auswahl des Geschauten haben, meistens kommt es mir vor, als würde ich stets das Gleiche? Wenn nicht gar dasselbe sehen. Und. Gähn, auch stets dasselbe aufs Papier bringen, was sich dann als Rezi tarnt. Dann schreib doch etwas andres, sagt Gott. Ich überlege, was man wohl in 100 Jahren über den Serien-Hype schreiben wird. Erkenntnis über den Zustand einer Gesellschaft. Wer war Jean Vigo?, frage ich. Und Gott, den noch keine meine Fragen aus dem Konzept gebracht hat, setzt zu einem seiner Vorträge an. Ausnahmsweise lausche ich diesmal interessiert seinem Wissen. Sodann schauen wir ins Werk. Bildersprache! Was meinst du?, frage ich. Wie hat man das früher gesehen? Kann man das heutzutage überhaupt kommentieren? Zeitgeschichte, sagt Gott und reicht mir fünf lesenswerte Bücher zur Nouvelle Vague. Und einen Artikel zur L'influence de Jean Vigo sur le cinema. Weißt du, dass ich damals vor dem Negresco ganz fürchterlich gestürzt bin und mir beide Knie aufgeschlagen hab?, frage ich Gott. Gott seufzt, er kennt meine Sturzgefahr ja inzwischen. Außerdem hatte ich einen hässlichen Streit mit einer Nutte - morgens um 5 Uhr. Weil ich müde war und mich auf den Bordstein gesetzt hab. Das war aber heiß umkämpftes Revier. Verschnaufen nicht gestattet! Da wurde hart gearbeitet. Echt! Und ein Schwachmat hat mir 50 Francs angeboten, damit ich mein T-Shirt hochziehe. Direkt vor der hübschen alten Post, mitten auf der Straße. Einmal gucken, einmal grapschen. Gibt's das wirklich, seufzt Gott. Tja, das gibt's wirklich. Allseits bekannt als Phänomen: Mann! Wir schauen weiter "A propos de Nice". Und lassen nur die Bilder auf uns wirken.



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