Montag, 23. März 2015

Leiden


Eigentlich wollten wir ja seit gestern hier sein. So heißt's halt. Dieses Jahr früher als sonst, weil alles etwas anders geplant war. Und so kam's ja auch - zumindest anders. Und das ist? Ganz entre nous ? Ja, Scheiße. Na gut. Machst du einen Ausflug mit mir?, frage ich, aber Gott hat keine Zeit, er hat ja keinen Urlaub. Du könntest mal saugen, sagt der Mann, der sich als Hausmann in letzter Zeit unabkömmlich gemacht hat. Na gut, sauge ich halt. Und weil der Sound am Freitag so cool war, lege ich ihn gleich noch einmal auf. Schön laut, damit man ihn über den Sauger auch mitsingen kann. Ach, wenn ich so eine Stimme hätte! Das wär schon was. Und wie sie lover sagt, denke ich, das werde ich umgehend übernehmen. Fehlt nur noch die Gelegenheit, den neuen Duktus auch zum Ausdruck zu bringen. LOuvà. Dann denke ich über unseren letzten Vortrag nach. Und über den Film, den wir gestern Abend noch gesehen haben. Nee, der ist nicht gut, der wär gern so'n bisschen schmuddlig, das klappt. Aber spannend oder erhellend, whatever ist er nicht, versucht er auch erst gar nicht. Dafür indes nach einer wahren Begebenheit. Und Cusack ist eigentlich immer Cusack, und dafür irgendwie immer gut. Auf alle Fälle muss ich da noch mal nachhaken, Psychopathen und Schuld, da brauchen wir noch einen Vortrag. Denn deren Weltbild, auch wenn man es nie ganz versteht, scheint ja schon ziemlich verdreht? Ein Zustand permanenter Verwirrtheit? Irreversible Wahrnehmungsstörung? Ich sende Gott eine SMS: 7/II Schuld oder die anamorphe Perzeption und Verarbeitung von Realität. Die da wäre? PS: Nenn sie nicht Monster, schreibe ich. Gott antwortet darauf umgehend: MonstA. In der Mache, schreibt er. 
Na. Immerhin, ich frage sodann Serge, ob er mit in den Wald kommt. Robin schließt sich uns an, den hatte ich zwar gar nicht gefragt, aber ..., was soll's. Im Wagen erzählt Robin, der mit dem Chief auf der Rückbank sitzt, einen Witz über zwei Deutsche, die nach Paris fahren ... Also, der französische Humor basiert zuweilen noch auf uralten Vorbehalten der anderen Nationalität gegenüber. Serge schaut aus dem Wagen, ich kicher ein wenig, Robin ist das egal, er bemerkt nichts, schlägt sich vor Lachen die Hände auf die Knie, kriegt sich kaum noch ein. Ich werfe Serge einen Blick zu, der zwinkert mir zu, er ist, böse oder nicht, ein feinfühliger Mann.
Und dann laufen wir nur ein wenig durch die Gegend, daheim gibt es schließlich noch viel zu tun. Ich setze mich mit dem ChiWa an einen Bach. Und wir denken ans Meer, wo wir jetzt gern wären. Und auch sein sollten! Bald komm ich wieder nach Frankreich, rufe ich zu Serge rüber. An die See!, rufe ich. Er nickt.




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