Montag, 22. Dezember 2014

Il pleut


"Au nord on est sous une couverture de grisaille uniforme. Crachins et des rafales proches de la tempête. Kurzum: hier ist schlechtes Wetter! Im Süden scheint die Sonne, und die Messieurs haben miese Laune. 

Vor allem Gott, denn der Herzensbrecher sitzt in der Klemme, die Patin - aus 'deiner Kaschemme' sagt er mit vorwurfsvollem Blick, er meint die Kneipe mit den scharfen Typen - hat ein Auge auf ihn geworfen. Ja, es ist nicht leicht für einen Casanova, auch Monsieur kann ein Lied davon singen und gibt sich voller Verständnis. Denn wenn eine Französin erst einmal vor sich hinträllert: Je suis folle de  vous. kann es ernst werden. Also machen wir einen Ausflug, erst einmal ans Meer:
Dort ist allerdings gerade Flut und Sturm. Also gehen wir bei dem Wetter lieber ... shopping! Ich sage nur - kleine Größen! Man bekommt in Frankreich einfach alles, wenn man etwas mickriger geraten ist, warum das in Deutschland anders ist, bleibt ein Rätsel. Und dann gönnen wir uns endlich einen Teller Moules Frites. Au Roquefort ce sont des meileures, rät mir ein alter Mann am Tisch neben uns. Nehmen sie die!, sagt er. Sind die nicht zu stark? Nein!, sagt er und zwinkert. Nehmen sie! Probieren Sie! Und er reicht mir eine von seinen. Puah, gut! Sehr gut! Délicieux, Monsieur ! Merci ! Ich bestelle dann aber doch wie immer lieber marinières Allerdings fürchte ich, wer sie einmal in Barfleur gegessen hat, ist wirklich verwöhnt. So gute - mit Verlaub - gibt es hier oben nicht? Wer weiß, und ich habe Hunger und die Muscheln auf meinem Teller sind auf alle Fälle ... auch lecker! Und? Was machen wir morgen?, frage ich in die Runde
Nun, tomorrow ..., sagen die Messieurs. Ach. Stimmt! Wieder ein Jahr schöner. Hast du die Meliorationsgedanken verfasst?, frage ich Gott. Und all die Geschenke eingepackt?, frage ich Monsieur. Und für den Chief gibt's einen Knochen. Und wieder einen Ausflug, klar. Ich würde gern mal wieder nach hier? Da ist's schön! Ein bisschen Brüssel en miniature in Frankreich .. so irgendwie. Oder nach Lille. Oder Lens? Oder wieder Amiens? Hauptsache weit weg, sagt Gott. Weit weg von diesem 'place to be'! Heiligabend müssen wir da aber wieder hin, sage ich. Das ist hier nun mal: the place to be! Und ich lache. Und schlage einen Purzelbaum über das Bett. Und mit dem Kopf an die Wand. Autsch! Gott seufzt.




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