Sonntag, 23. November 2014

Jubel


Jubel im tiefsten Hinterland
wie man ihn sich vorstellt.
Yep, so wird hier gejubelt. Und angefeuert. Schade! Dass die Schafherde, die hier gestern noch graste, heute schon weitergewandert ist. Das hätte die Hinterwäldler-Stimmung vervollkommnet. Schließlich wird bei uns auch, wie ich hörte, auf dem Parkplatz eines Möbelhauses Fußball gespielt. Nun, das ist so nicht ganz richtig, aber Mythen - wer möchte sie zerstören! Und unsere Zaungast-Jungs spazieren ja auch immer noch bei uns vorbei. Und lassen sich bejubeln! Ja, von den Nachbarn, Gott verhält sich diesbezüglich eher zurückhaltend. Sag mal, wer ist das da eigentlich mit dem Kopfhörer, der ist aber auch nicht ... Übel. Gott seufzt. Zwanzig Jahre jünger als du, sagt er. Toy-Boy. Ich fürchte, Gott nimmt mir immer noch übel, dass er - nach meiner letzten sonntäglichen Zeitungslektüre und der sich umgehend anschließenden, von mir an anberaumten, an ihm durchgeführten Studie - so miserabel abgeschnitten hat. Deshalb hab ich die Zeitung heute auch gleich in der Bäckerei liegen gelassen. Lediglich ein paar Überschriften überflogen. Die Schumachers zeigen sich gegenseitig wegen Körperverletzung an? Wär möglich. In China gibt es keine Frauen mehr? Tja, man könnte sagen, das war durch fiese Politik vorauszusehen? Jetzt das Paradies! Freie Wahl im Männerland. Doch sonderbar! Anscheinend ist dem gar nicht so? Frauen werden in die einsamen Regionen verschleppt? Wo niemand sein will? Und die hübschen! Verkaufen sich in der Stadt an die Reichen. Und an die Ausländer. Mit den Frauen, sage ich voller Düsternis in der Stimme, ist es wirklich ein Trauerspiel. Gott nickt. Sie sind so berechenbar, trotz der
Sonnenblumen im November
jahrzehntelangen Ausrottungsversuche sind sie nicht klein zu kriegen. Und wollen immer noch nur die Rosinen aus dem Kuchen. Das bringt alles in Verruf!, sage ich. Gott versteht das nur zu gut. Letztens war ein Bekannter bei einem Konzert, ich war nicht da! Der, der aber da war, hat dann erzählt, also behauptet hat er, er, der Künstler nämlich, hätte gar nicht so viel gesungen. Lieber mitten in den Songs viel rumgemeckert und zwar? Wegen der Lutscher! Der Lutscher?, fragt Gott. Yep, ich glaube, den und den hat er gemeint. Aber ich war ja nicht da. Ich hab's nur gehört. Das Problem ist aber ein ganz anderes, logisch. Denn? Wer hat die zu dem gemacht? Was sie sind. Frauen, seufzt Gott. Und ich nicke, denn das Elend ist groß! Nicht mal ein bisschen Pop-Kunst kann man mehr machen, ohne dass Frauen einem das Geschäft versauen! Und was Seichtes in die Charts katapultieren. Wusstest du, sage ich, dass ich mal einen Freund hatte, der war Fan von, ich kicher, denn - obwohl ich mir das längst abgewöhnt hab - schmunzeln reicht da nicht aus, von denen! Ja, man glaubt es kaum. Und doch war es so. Wir haben uns dann aber auch bald getrennt. Und im Übrigen ist mir dann auch noch dieser Typ eingefallen, der hat doch mal ein Interview gegeben. In dem er sehr schwere Störungen bezüglich des anderen Geschlechts offenlegte, behauptete er doch, die Frauen hätten den gesamten Buchmarkt versaut. So ist es doch aber, trötet Gott ins selbe Rohr. Liebesschnulzen, Elizabeth George. Früher wär das nicht gegangen, da war einfach alles besser. Echte Kerle, gebe ich mich beeindruckt, die glauben, egal, was sie lesen, es sei einfach immer knallharter Stoff! Klar. Ich nicke verständig. Selbst der Lehrerberuf war einst angesehen und anständig bezahlt, bevor Frauen in dieser Domäne das Sagen übernahmen. Und seither ist das mit der Bildung auch Schnee von gestern. Die letzten Säulen der Kultur von Grund auf versaut. Schade! Es müsste so sein wie früher! Wann war das noch? Heute Morgen? Gestern. Als die Männer das Sagen hatten. Und kleine Mädchen von Lutschern singen lassen. Was ist bloß mit den Männern los?, frage ich Gott. Nun. Sie sind ... Frustriert?, gibt Gott sich nachdenklich? Und ich überlege, ob die nicht einfach mal ein bisschen was von dem Wunderzeugs einwerfen sollten, ja, das für mehr Spaß. Gott glaubte ja auch, er brauche es nicht. Nun, früher war so ein Kraut reine Männersache. Musste erobert werden. Heute? Frauen-Eso-Krams. Nimm einfach eine, sage ich. Nimm! Jetzt!



~

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen