Samstag, 7. Juni 2014

Das Sagen


Chief Walks unterwegs
Ob ich das heute Abend im Ersten gucke? Tjoa, nö, die zeigen irgendwie immer Kämpfe, die ich nicht grad sehen muss. "Und das wohl bald auch nicht mehr", sagt Gott. Stimmt, da ging's darum, wer das Sagen hat, wenn ausschließlich Experten unter sich beraten? Tja. Aber ich würde ja eh viel lieber ganz andere Kämpfe sehen. Immerhin hier - er ist demnächst auch wieder dabei, ja. Und gern würde ich jetzt Froch gegen Ward sehen, wie nennt man letzteren, die fies unfaire Schlaftablette im Ring? Und zu dem Kampf kommt es ja sogar vielleicht, abwarten. Sehen kann man es ja nur noch ohne die bös kriminellen Gurus. Gut so! Aber immerhin sind das zwei Typen, die ich ich exakt gleich ungern mag, da könnte man auch als Anti-Fan quasi immer jubeln, kompromisslos ein Mal für den Besseren! Und überhaupt seh ich ja den Dings ganz gern, ja, den Kopf vom Stall, den, der sich als Super-Coup noch fix Mister Groves direkt vor dessen K.O. ins Team geholt hat, das war natürlich ... Um den muss man sich jetzt vielleicht ein bisschen kümmern, das Selbstvertrauen wieder etwas aufpäppeln. - Doch, du warst der Bessere, ganz kurz nur. Aber man konnte es sehen. Und daran arbeiten wir gleich noch ein wenig. - So vielleicht. Und hatte ich nicht vorab Schlimmes befürchtet, ich wäre beim Training ja eh immer für die Bambus-Philosophie-Variante? Viel geschmeidiger werden, um härter zu sein. Aber mich fragt man ja nicht, was vielleicht auch besser so ist, obwohl ...! Aber der Typ ist trotzdem interessant, er scheint immer enorm nervös bei den Events. Und greift dann, um die von mir unterstellte, vermeintliche Nervosität zu überspielen, auf bewährte Gestik zurück, ganz old-fashion. Irgendwo gab's mal einen Artikel über Humphrey Bogarts Filmgestik, und den hat er bestimmt auch gelesen, könnte sein. Und überhaupt ist das interessant - der Rückgriff aufs Altbewährte. Die Station für die Manisch-Depressiven ist natürlich auch so eine Sache. Aber egal, wo man sich umschaut, jeder klammert sich, sobald er wieder ein wenig kann, ans Altbewährte? Immer auf dem aufsteigenden Ast? Springt man eines Abends übergut gelaunt ins Bett und wacht irgendwie nicht mehr auf, kommt dann mit ein paar Medikamenten im Hospital wieder zu sich. Und macht weiter wie vorher? "Verleumdung der Realität", sagt Gott. Darin ist der Mensch ganz groß? "Ich mag momentan gar nicht mehr hinfahren", sage ich. "Nie weiß ich, ob mein Freund noch da ist, oder nicht, er selbst auch nicht... Wär er depri, ging's bestimmt viel einfacher. Wer weiß. Spazieren mit den Hunden ... Und bei allem, was nicht funktioniert, das Altbewährte bleibt am Steuer, behält das Sagen, irgendetwas will man immer sein, was anderes, was Besseres, was man wahrscheinlich nie war, versucht man immer noch zu sein, egal, welchen Sinn es dann gerade ergibt. Alle - immer auf dem Weg der Besserung! Obwohl! So gut wie's mir grad geht ... Ist doch nicht nur in der Literatur, dass es einem mal richtig beschissen geht? "Nun. Händchenhalten tut dann aber gerade zwischendurch einfach mal gut", sagt Gott. Schwierig - das Leben. "Klar, aber Siegen? Selbst wenn man erst - wie der Bambus zuweilen - klein beigeben muss, ist einfach immer besser. Ganz altbewährt."


~

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen