Montag, 5. Mai 2014

Viel zu viel - viel zu groß


Erst schien alles wunderbar,
als wären der Chief und ich
echte Freunde.
Doch nur Monsieur und ich tranken dann
nach einem schönen frühen Strandspaziergang
"Willst du?
Noch rasch einen Cappu."
Und Chief Walks,
der nicht gefragt wurde,
 beobachtete das genau.



Empfand so viel Egoismus als höchst
ungerecht.
Und schnappte mir in einem unbeobachteten Augenblick
den Keks vom Tellerchen.
"Ja! Sachma. Was war dassss denn?
Für eine Aktion?"


Dieser schwere Mundraub, der
der allgemeinen Ungerechtigkeit der Welt
zuzuschreiben ist,
wurde indes vom netten Ober beobachtet,
der uns dann einen ganzen Teller Kekse 
an das Tischchen brachte.
"Sehr aufmerksam", fand der Walks.
"Ah. Dank u well! Wie freundlich. Aber.
Das ist doch - viel zu viel!"
"Der Hund hat Hunger",
sagte der aufmerksame Ober und gab 
dem hungrigen Hund gleich selbst einen Keks.
"Sie sind so nett - die Holländer. Und großzügig", 
weiß der diebische Hund jetzt.
Denn die Kekse auf dem Teller,
"Dank u, aber es waren dann doch -
viel zu viel."

Danach rasch zum Flohmarkt,
wo ich diese chice Miederhandtasche
nicht erworben habe,
was mich jetzt schon wieder ärgert.
"Ja, die hat was", meinte Monsieur.
"Aber. Du hast schon so viele,
wann willst du die tragen?
Wird das nicht alles 
viel zu viel."
Stimmt.
Aber irgendwie doch ... Schade.


Und ja, viel zu viele Kleider hängen auch im Schrank.
Und trotzdem an dem einen Stand alle anprobiert,
weil in all den hübschen Kleidchen S drinstand. 
Und sie wirklich toll aussahen, Vintage
mit Spitze und ja, mit Mieder.
Aber?
"Passt nicht, viel zu groß,
für das Dekolleté - brauch ich ja
 - Atombrüste.
Nee, passt auch nicht, viel zu groß,
da braucht man schon - 
wie sagt man -
ein gebärfreudiges Becken.
Und das rote? Ach nee, viel zu groß."
"Nee", sagte die Verkäuferin
"Veel te veel. Veel te lang, veel te groot."
"Jammer dat", sagte ich,
weil ich es genauso meinte.
Und dann sah ich hinter mich und
"Wow, du siehst aber gut aus, 
das ist aber chic. So ein Kleid.
Hätt ich aber auch gern.
Mit Schleife und Schleppe!"
"Mijn", sagte die Kleine,
deren hübsches Gesicht ich ein wenig
verwölkt habe, da wir ja diskret sein wollen.
Und sie klatschte vor Freude in die Hände.
"Jammer dat", sagte ich wieder, denn -
nicht nur, dass sie es zuerst gesehen hat -
für das schöne Kleid?
Bin ich?
Viel zu groß!



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