Freitag, 9. Mai 2014

Fenster

Dieses Leben ist ein Krankenhaus, 
wo jeder Kranke vom Verlangen besessen ist, 
sein Bett zu wechseln. 
Der eine möchte vor dem Ofen leiden, 
der andere meint, 
dass er neben dem Fenster gesund würde.
(Charles Baudelaire)

Inès. Fenster mit Gardine.
Und? Lässt du es heute Nacht richtig krachen?, fragt mein neuer Freund in der Klinik.
Weiß ich noch nicht, ich bin müde.
In der Disco, sagt er, weil er heute ziemlich übermütig ist.
Der erzählt mir nie was von dir, sagt er und deutet auf Monsieur, der mich heute begleitet. 
Nein?, frage ich Monsieur vorwurfsvoll, und der seufzt und schweigt.
Ich würd dich einladen, aber ich müsste erst Geld organisieren, fährt er fort.
Klar.
Und. Er überlegt. Mein Wagen ist auch nicht da. Ich weiß gar nicht, wo der ...
Dann verschieben wir das, ich bin eh müde, sage ich.
Der erzählt mir nie was von dir, sagt er erneut.
Nein?, frage ich Monsieur vorwurfsvoll, und der seufzt.
Da hast du dir mal wieder einen Freund ausgesucht, sagt Monsieur später zu mir
und seufzt schon wieder.
Oh ja! 
Denn anders ist eben anders. Und nie langweilig, 
und in diesem Fall bin ich mir noch gar nicht so sicher, wie traurig es wirklich ist.
Zunächst?
Ist es einfach, wie es ist. 
Aber heute Nacht lässt du's krachen?, sagt er zum Abschied. Für mich mit!
Ja, klar!  
Und dazu brauchen wir
 - logisch - 
einen Sound.


~


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