Dienstag, 27. Mai 2014

Fan


Da ich ja, wie bereits erwähnt, zuweilen den Weg der spontanen allumfassenden Liebe auch gern mal verlasse, um ein wenig zu grübeln, wurde mir letztens bewusst, dass ich noch nie Fan war - von nichts und niemandem. "Und von mir?", wirft Gott ein. Aber. "Nee, falsch verstanden." Fan-Sein muss anders sein. Heiraten, klar, das hatten wir ja schon, als kleines Mädchen will man sofort jeden Prinzen heiraten. Und ich hatte so einen guten Geschmack, erst hieß der Prinz Gene Hackman, dann Platini, bis ich merkte, nein, Alain Prost sieht ja viel besser aus. Da gefiel mir aber der Nachname nicht so gut, das klingt ja - profan. Deshalb sprach ich den Namen einfach anders aus, Proust nämlich. Und alle kleinen Französinnen verbesserten mich: "Den gibt es nicht, Proust heißt Marcel und ist ein toter Autor. "Weiß ich doch", habe ich gesagt, "aber ich will den lebenden Rennfahrer heiraten. Aber nur wenn er Proust heißt." Simpel. Prinzessinnen-Logik.
Da ich nun letztens ja aber über Genny den Schrecklichen nachdachte und über seinen Vater? Den schrecklichen Dickwanst, hieß er so? Und den Kampfnamen finde ich ja immer noch beeindruckend, dachte ich mir, probier's doch noch mal aus, irgendwas muss doch dransein - am Fan-Sein. Mehr, als nur die Geldmacherei? Bloß, so auf die Schnelle muss man sich fragen, "vom wem jetzt will ich Fan sein?" Und dann kam die Idee, klar, es liegt ja auf der Hand, von ihm. Von wem sonst? Doch in der aufregenden letzten Zeit habe ich dieses Projekt umgehend aus den Augen verloren. Schade. Und sehen können wir das am kommenden Samstag anstehende Wiederholungs-Event ja auch nicht, denn unsere boxingg...-Seite ... Habe ich nicht immer davor gewarnt? Dass es dort nicht mit rechten Dingen zugehen kann? Und dass sich dringend die Polizei darum kümmern müsste? Zu so viel krimineller Energie der Guru-Jungs bräuchten wir eigentlich einen empörten, aufklärenden Artikel, ich wüsste auch schon von wem, aber ich erhebe lieber selbst flink den Zeigefinger, denn Boxen ohne Pay-TV ... Und erschüttert weise ich dann auch noch auf alle anderen realen Verbrechen dieser Welt. Traurig. So, Boxen für alle ist also Geschichte. Sehr gut. "Geh doch zu den Engländern", schlug Monsieur vor, und was für eine gute Idee das wieder ist. Muss ich nur aufpassen, dass ich nicht zwischen all den angetrunkenen Soldaten in der falschen Ecke sitze, denn Fans? Wenn man da in der falschen Ecke im verkehrten Moment jubelt, kann es auch ganz schnell unangenehm werden. Tja, muss Mister Groves das also wohl ganz ohne meinen Support erledigen, er gibt sich zuversichtlich. Aber ich zweifel noch. Und bin? Schon wieder nicht Fan geworden. Schade!



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