Donnerstag, 8. Mai 2014

Das Ganze


Wer ein wenig zu Zwangsbehandlungen recherchiert, findet heraus, dass das ein extrem kompliziertes Feld ist. Da wundert es dann auch nicht mehr, dass einem weder Chefärzte noch Richter eine wirkliche Auskunft geben können. Oder vielleicht sogar gar nicht geben wollen, da anscheinend die Rechtslage inzwischen praktisch jeden überfordert. Hier kann der, der möchte, einiges über das Fürsorgeprinzip, einwilligungsunfähige Patienten, interkurrente Erkrankungen sowie die offensichtlich sehr offene, also unklare Rechtslage nachlesen. Wer weiterrecherchiert, merkt, es scheint noch viel komplizierter. Und da denke ich mir wieder - wie so oft in letzter Zeit, das ist Stoff für Krimi? Jetzt nicht weil wir hier gerade in dem Shit rumstochern und - "Es muss aber dringend eine Entscheidung getroffen werden!" - Nein, wir wollten ja, wenn's denn möglich ist, betrachten, mit einem Schritt zurück die Sachlagen zur Kenntnis nehmen. Und schon hab ich die Urwüchsler wieder auf dem Schirm, klar, die kamen hier damals völlig unkoordiniert und undurchdacht daher. Als wären sie ein netter Witz, dem Kitty auf den Grund gehen will. Aber diese Eso-Spinner, die wir hier so mögen, weil sie so sonderbar scheinen, und ja, auch mit den dazugehörigen Scharlatanen, die in jeder Branche aber heftigst umherturnen, die Spinner also, behaupten ja zuweilen, dass das staatliche Gesundheitswesen bis hin zu Nahrungsempfehlungen etc. die Menschen vorsätzlich in Lebensgefahr bringt. Und den Ruin des gesamten Systems beschleunigt. Wie auch alle Zivilisationskrankheiten fördert etc.
Damit und daran könnte man arbeiten? Denn insgesamt gibt es da wenig gute Texte. Denke ich. Und, wie gesagt, ich stocher gar nicht so gern im eigenen Shit, man kann das weiterdenken - auf die Hools, die Ultras übertragen, auf Genny den Dings, wie hieß er noch, der so nett aussah? Und als Diplomat hinzugezogen wurde, als ein ganzes Pokalspiel in Mord und Totschlag zu versinken drohte. Das ist interessant, übrigens auch, was auf seinem Shirt steht z. B., der Typ, der da freigelassen werden soll, soll ja eventuell tatsächlich unschuldig sein. Wir wissen es nicht, aber es wird von vielen Seiten spekuliert, es gibt gar ein Buch über den Fall, aber dem Geschriebenen misstrauen wir ja auch. Und meinem Italienisch erst recht! Die Frage überhaupt ist wohl eh anders gelagert, was machen die eigentlich? Wie machen sie es, das Wieso kann immer nur rein spekulativ sein, also lassen wir das im Düstern schmoren, es kann nicht das erste Interesse sein, eine Antwort wäre wohl immer Lüge. Über das Wie fragen wir trotzdem: Wie viel Leidenschaft steckt da am Ende noch bei der Sache? Wie viel Ehre? Zwang? Wie fließt das Geld? Und schon ist man wieder bei der Wirtschaft, den Banken, der Politik. Und da könnten dann auch die Schlimmsten sitzen? Wieso? Wie viel Leidenschaft treibt die noch an? Wie viel Ehre? Zwang? Wie fließt das Geld? Und das Ganze dann bitte echt erzählt, nicht so ein 'Mensch, mein Autorenleben ist so schwierig, ich verdreh jetzt lieber noch mal den Plot. Ist ja doch auch alles etwas von Lynda La Plante abgekupfert, soll ja keiner merken. Und Rezensenten mögen es manchmal - wenn es wie literarisch klingt, aber eben nicht wirklich, kann ich ja auch gar nicht. He! Und vielleicht glauben Leser, dass sich in dem so verquast Verdrehten doch etwas wie Spannung verbirgt. Wenn ich Glück hab, denn die Leser tun ihre irrelevante Meinung ja auch immer noch überall kund. Es ist so kompliziert - als Autor.' Ja, alles gar nicht so einfach. Weiß ich auch. Mit der Spannung vor allem. Und das Komplexe im Simplen komplex aufzeigen. Die größte Herausforderung, das Ganze eben. Es versuchen aber auch recht wenige. Oder scheitern nur so viele? Weiß ich nicht. Zurück noch mal zu den 'Irren', die ich momentan so ins Herz geschlossen habe, 'es gab da doch mal, wie hieß der noch? Der Krimi, der war doch ganz gut. Der auf dem Berg, wie hieß der denn noch?, frage ich Gott. 'Mount Misery', antwortet der ohne Zögern, weil er so klug und weise ist.



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