Dienstag, 6. August 2013

Der Würger


An manchen Orten küsst man sich zur 
Begrüßung spielerisch auf die Wange 
oder
verneigt sich ehrerbietig vor dem Gegenüber,
stupst sich die Näschen,
Ghettofaust. 
Oder eben
Händedruck.
Und wer nun wie ich nicht ganz so große Riesenpranken hat -
im Sportunterricht gab's zum Beispiel beim Basketball keine 5,
es wäre nicht gerecht, sagte der Lehrer,
trotz miserabelster Leistung -
doch nun,
du kannst ja nicht mal den Ball halten.
Sehr weiser Mann! -
Wenn's also etwas kleiner geraten ist,
und dann kommt so eine Riesen-Würgerhand,
und drückt und quetscht
gnadenlos,
            und man selbst trägt auch noch einen Ring,
was die Sache nicht besser macht ...
Was tut man dann?
Laut schreien?
Weinen?
Dem Irren vors Schienbein treten?
Nein.
Man lächelt. Und lächelt,
tritt einen vorsichtigen, kleinen Schritt zurück,
stimmt innerlich ein Mantra der Freude an,
und zwar das 
Und lächelt freundlich.
Bis Typ loslässt!
Ja.
Und jemand anders sollte ihn eines Tages darauf hinweisen - 
ja, schon klar, bloß nicht so labbrig.
Aber bitte! 
Niemals!
Diesen Mörder-Würgergriff! 


~



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