Ein Treffen mit berühmten, na, sagen wir mal eher mit bekannten - in diesem Fall also gar persönlich bekannten - Menschen ist immer faszinierend. Man sieht sich, darauf folgen Erkennen, kurzer Schreck, Grübeln, große Freude. Dann der übliche Austausch von Lappalien: "Wann haben wir uns eigentlich zuletzt ...", "Gut schaust' aus", etc. Eben geradeso wie im echten Leben.
Stände man nicht derweil unter wachsamer Beobachtung von uns umstreunenden, die Situation scharf taxierenden Mitmenschen. Bis sich eine der herumschlendernden Damen ein Herz fasst und den Prominenten in unserer Mitte anspricht. "Entschuldigung", sagt sie, "aber - sind Sie nicht der XY?" Dazu hält sie ihm mit leuchtenden Augen ein ordentlich auf der Titelseite aufgeschlagenes Buch und einen Stift entgegen. "Aber gern", antwortet er prompt, reicht seiner Begleiterin fix sein Bierchen und hat mit einigen souveränen, flachsenden Worten schon sein Gekringel auf das Papier gesetzt. Flugs, bevor wir anderen Einspruch erheben konnten. Und weil nun niemand mehr die beherzte Dame enttäuschen möchte, sagen wir es ihm erst, nachdem sie sich strahlend bereits dem nächsten Promi an die Fersen geheftet hat. "Mensch, Du", sagt seine Begleiterin, "der XY, der bist Du doch gar nicht." Einen kurzen Moment scheint er verdutzt. Doch schon kommt eine flotte Kellnerin mit frischen Getränken. Und die nächste signaturwütige Jägerin steht auch bereits parat. "Sagen Sie, sind Sie nicht der ...?"
Und diesmal ist er es wirklich.
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